Campingbusausbau.de

Vom Transporter zum Camper Tipps zum Selbstausbau

Kann ich mit meinen Kenntnissen überhaupt einen Bus ausbauen? 

Planung ist der erste Schritt

Schön sind sie ja schon, die fertigen Campingbusse der großen Hersteller. Auf den Hochglanzprospekten sieht alles besonders schön aus. Warum nicht also ein fertiges Mobil kaufen?  Für wen lohnt sich der Selbstausbau eines Campingbusses überhaupt? Kann man hier wirklich viel Geld sparen? Nun, wer die Szene bereits etwas länger beobachtet wird sicherlich auch festgestellt haben, dass 99% aller auf dem Markt angebotenen Campingbusse auf Kastenwagenbasis eigentlich nahezu den gleichen Grundriss aufweisen. Drehbarer Fahrer- und Beifahrersitz, ein kleiner Tisch und eine Sitzbank vorne, Pantry in der Mitte und ein Querbett im Heck des Fahrzeugs mit darunterliegendem Stauraum. Unterschiede bestehen eigentlich nur in der Aufteilung, in Materialien, Qualität und kleineren Details.  Diese Fahrzeuge sind so konstruiert, dass sie die Wünsche der meisten Kunden abdecken, also für eine möglichst breite Zielgruppe. Dieser Markt boomt wie kein zweiter und mittlerweile haben nahezu alle Wohnmobilhersteller auch ein oder mehrere Kastenwagenmodelle im Portfolio. Alternative Grundrisse gibt es nur sehr selten. Viele Camper stellen aber spezielle Anforderungen an das Urlaubs- oder Freizeitfahrzeug, gerade wenn sie ein spezielles Hobby haben und dafür den erforderlichen Platz benötigen. Was nützt mir zum Beispiel ein Wohnmobil mit vier Betten, obwohl wir nur zu zweit unterwegs sind? Wozu brauche ich eine separate Duschkabine, wenn ich ohnehin nicht im Camper, sondern auf dem Campingplatz dusche? Brauche ich tatsächlich einen Fernseher oder eine Markise? Wozu ein Bett mit 2 Metern Länge, wenn man doch nur 170 groß ist? Wohin mit dem Mountainbike, dem Surfbrett oder meiner Modellflieger? Sie sehen anhand dieser simplen Fragen: es lohnt sich, etwas tiefer einzusteigen und die Anforderungen an das eigene, individuell passende Wohnmobil exakt zu definieren, bevor man eine Entscheidung trifft. 



Wird der Camper nur im Urlaub und für Kurzreisen verwendet, oder müssen Sie Ihren täglichen Weg in die Firma damit bestreiten?

Falls es sich um ein reines Zweitfahrzeug handelt, können Sie schon mal ein größeres Basisfahrzeug wählen und sind in der Gestaltung des Grundrisses freier. Sie können bei der Planung je nach Größe des Fahrzeugs aus dem Vollen schöpfen und müssen nicht um jeden Zentimeter Raum herumtüfteln. Wenn Sie hingegen jeden Tag mit dem Fahrzeug unterwegs sind, sollte es schon PKW-ähnliche Eigenschaften besitzen und das Einparken damit auch in Innenstädten möglich sein.

Schön wäre es einen bewährten Standard-Grundriss zu nehmen der für alle passt. Leider haben aber nicht alle Campingbusbesitzer die gleiche Anforderung an ihr Fahrzeug, die gleichen Körpergrößen, die gleichen Gewohnheiten und Hobbys, und letztendlich fahren auch unterschiedlich viele Personen im Fahrzeug mit in den Urlaub oder in den Wochenendausflug.

Und genau hier liegt der größte Vorteil des “Selbermachens”. Sie können Ihr Fahrzeug genau so planen wie Sie es für richtig halten. Sie können Raum für Hobbyutensilien schaffen und unnötigen Schnickschnack, der von vielen Profiausbauern nicht selten nur als überflüssiges Kaufargument angepriesen wird, einfach weglassen. Nahezu alle heute auf dem Markt angebotenen Campingbusse haben einen nahezu identischen Grundriss: Sitze vorne drehbar, Querbett im Heck und dazwischen ein Küchen- und Sanitärblock. Dieser Standardgrundriss ist eben für die Zielgruppe der Durchschnittskäufer gedacht.  Ich möchte aber - auch in meinem Buch - zeigen, dass man durchaus ansprechende Campingbusse selbst anfertigen kann, die den eigenen Bedürfnissen genau auf den Leib zugeschnitten sind. Bei einem selbst ausgebauten Camper macht es Sinn, Grundrisse zu verwirklichen, die eben nicht dem Standard entsprechen.

Campingbusse zu planen heißt auch, immer wieder Kompromisse einzugehen. Das Platzangebot in einem Campingbus ist begrenzt und somit muss man bei der Planung auch öfter etwas tricksen.  Als erster Ideenentwurf reichen zunächst mal ein karierter Zeichenblock und ein Bleistift. Die Abmessungen des Laderaums bekommt man auf den Webseiten der Fahrzeughersteller. Als Maßstab wird 1:20 gewählt, das bedeutet 1 cm auf dem Papier entspricht 20 cm in der Realität. Ein fertiger Entwurf kann dann etwa so wie oben gezeigt aussehen. Hierbei handelt es sich um ein Fahrzeug mit langem Radstand und Hecksitzgruppe. Das Bad ist quer hinter der Fahrerhaustrennwand eingesetzt und der Küchenblock gegenüber der Schiebetür.

Ist dann die Grundidee einigermaßen festgemauert, kann man, wenn man Lust und Zeit dazu hat, mit Hilfe moderner Computerprogramme vorab Entwürfe erstellen. Einen dreidimensionalen Eindruck seines Campers zu bekommen ist manchmal sehr aufschlussreich.

Um unser Projekt “Campingbusausbau” voranzubringen, ist dies aber nicht zwingend notwendig. Ein Zeichenblock und Phantasie sind genauso ausreichend.

 


 

 

Technik zu kompliziert?

Wie in einem normalen Haushalt benötigt auch ein Campingbus Energie. Gas für den Kocher, die Heizung und Strom für Licht, Kühlschrank, Fernseher und vieles mehr. Wenn wir den Wasserhahn in der Küche oder im Bad aufdrehen fließt klares frisches Wasser. Woher kommt dies? und woher kommt die Energie für alle unsere elektrischen Verbraucher? Wie funktioniert das mit dem Gas im Camper? Viele Leser meiner Webseite und meines Buchs haben mich in den vergangenen Jahren immer wieder mal angeschrieben und Bedenken angemeldet bezüglich der Installation der Gasanlage. “ist das denn nicht zu gefährlich, diese Arbeiten einem Amateur wie mir zuzumuten?”

Vorab erwähnt: diese Arbeiten können Sie gegen relativ geringe Arbeitskosten auch von jeder gut ausgestatteten Campingwerkstatt oder einem Wohnmobilhändler in Ihrer Nähe erledigen lassen.


Gas im Campingbus ist ein idealer Energieträger. Mit Gas wird gekocht, Gas bringt wohlige Wärme ins Fahrzeug und mit Gas können wir sogar im Freien Grillen. Doch Gas ist auch explosiv. Aus diesem Grund sollten Sie nach der Beschaffung der Materialien und der groben Vormontage die endgültige Installation der Gasanlage durch den Fachbetrieb vornehmen lassen. Dieser führt die erstmalige Inbetriebnahme und technische Abnahme durch. Des Weiteren müssen Sie alle zwei Jahre eine Gasprüfung (z.B. vom TÜV oder einem Campingfachbetrieb) vornehmen lassen.

Die ordnungsgemäße Installation der Gasanlage kann lebenswichtig sein. Sollten sie irgendwie auch nur im leisesten Ansatz ein schlechtes Gefühl haben, lassen Sie es vom Fachmann durchführen.                               

Dieser hat Erfahrung im Umgang mit Gas und wird die Installation sicher und oft gar nicht mal so kostspielig durchführen.

Ähnlich wie bei der Installation der Gasanlage können Sie auch die Elektroinstallation zunächst grob vormontieren und am Ende alles von einem Fachmann abnehmen lassen. Wenn man ein paar Punkte beachtet und sorgfältig arbeitet sollte aber alles problemlos klappen.

Den kompletten Schaltplan, viele wertvolle Tipps zur Elektrik, Gasinstallationen, Möbelbau, Isolierung und nähere Informationen zur Verkabelung, Batterien  und vieles mehr finden sie dazu ergänzend in meinem Buch.

Und ja, ich bin der Meinung dass jeder der schon mal einen Schraubenzieher oder eine Stichsäge in der Hand gehalten hat, in der Lage ist einen Campingbus selbst auszubauen. Mit Unterstützung durch vorherige Information wird das klappen.

Und ständig dazulernen macht auch irre Spaß. Auch aus kleinen Fehlern!