Vom Transporter zum Camper, Tipps zum Selbstausbau

Wir Camper lieben die persönliche Freiheit. Wir lieben es, im Urlaub auch mal den Standort zu wechseln wenn es uns nicht so gut gefällt und wir lieben es herumzureisen und uns die Schönheiten dieser Erde anzusehen. Nicht nur an einem Fleck bleiben und uns bedienen lassen, sondern selbst aktiv sein. Wir lieben es unterwegs unsere Hobbys auszuüben und ein Campingbus ermöglicht uns genau diese Art des Reisens.
Den Motor starten und einfach weiterfahren wenn es uns passt, je nach Belieben Pause machen und übernachten wo man will, so einfach kann es sein, wenn man mit einem Campingbus reist. Und Traumstraßen wie die oben gezeigte sind unvergessliche Erlebnisse, mit einem Campingbus kein Problem.

Und es sprechen noch viele weitere Gründe dafür, sich eine rollende Ferienwohnung anzuschaffen.
Denn neben der Unabhängigkeit und Freiheit bekommt man auch die Möglichkeit ein Urlaubsland wesentlich intensiver kennenzulernen als in einem Hotel. Und man erspart sich das lästige Kofferpacken, denn man hat ja immer alles dabei. Von den eigenen Betten über die Küchenausstattung bis hin zur Surf- oder Fahrradausrüstung.
Aber warum bauen wir uns einen Campingbus überhaupt selbst?
Was treibt einen Menschen wie mich dazu an, aus einem sündhaft teuren Basisfahrzeug ein noch sündhaft teureres Campingfahrzeug selbst zu bauen und  sogar das Risiko einzugehen, das schöne neue Fahrzeug durch nicht sachgemäßes Hantieren in irgendeiner Weise zu beschädigen? Da Sie, lieber Leser, diese Zeilen gerade lesen, gehe ich einmal davon aus, dass Sie sich mit diesem Thema auch schon einmal beschäftigt haben. Dann haben Sie vielleicht sogar schon einmal einen Campingbus selbst ausgebaut und wollen es diesmal besser machen?  Oder ist es Ihr erstes Fahrzeug?

Warum kaufen wir uns nicht einfach einen fertigen Standard-Campingbus von der Stange?
Die Antwort ist nicht so leicht. Vielleicht ist es in gewisser Weise der männliche Nestbautrieb der uns in tausenden von Jahren weitervererbt wurde. Vielleicht ist es die Möglichkeit Geld zu sparen.
Oder das von uns gewünschte Mobil, nach genau unseren Vorstellungen, gibt es gar nicht zu kaufen.  Oder ist es einfach nur die Lust am Selbermachen und mal wieder ein größeres Projekt angehen zu können.
Wahrscheinlich ist es ein wenig von allem.
Und mitzuerleben, wie aus unserem Transporter langsam, Tag für Tag, immer mehr  ein Campingbus wird, das Gefühl zu haben “dies habe ich mit meinen eigenen Händen geschafft”, gibt einem doch ein gewisses Erfolgserlebnis.MB207
Eines dürfte sicher sein: wer einmal die Vorteile eines solchen Gefährts kennengelernt hat, der möchte sie nie wieder vermissen. Und so kommt es, dass man im Leben eventuell mehrfach in den Genuss kommt, sich einen Campingbus selbst zu bauen. Und so war es auch bei uns.

Unser erste “richtiges Mobil” hatten wir damals gebaut, weil – na ja, wir waren jung und hatten kein Geld – und wollten somit ein günstiges Fahrzeug haben, mit dem wir in den Urlaub fahren konnten. Damals ein alter gebrauchter Mercedes 207. Nach 14 Jahren,  und mehr als 350000 km habe ich das Fahrzeug – mit TÜV – dann schlussendlich sogar noch verkauft.
HermesbulliIn all den Jahren haben wir unsere Wünsche und Anforderungen an einen Campingbus immer wieder neu definiert und geplant. In jedem Urlaub kamen neue Ideen hinzu und irgendwann wollten wir unseren Traumcamper, ganz nach unseren Wünschen bauen. Sozusagen das hundertprozentige Traumfahrzeug, genau auf uns zugeschnitten. Und gerade dies, also das Anpassen an die eigenen Bedürfnisse, ist der größte Vorteil des Selbstausbaus. Sie müssen nicht das Ende der Garantiezeit des Herstellers abwarten, nur um einen Kleiderhaken anschrauben zu dürfen. Und sollte unterwegs einmal etwas kaputtgehen oder nicht wie gewünscht funktionieren: Sie selbst wissen genau wo Sie eingreifen müssen um das Problem zu beseitigen. Denn Sie selbst haben das Fahrzeug ja gebaut und kennen jedes Detail.

Motivation

traumstrassen

Ist der Selbstausbau wirklich günstiger als ein fertiger Campingbus?

Für einen einigermaßen gut durchgeführten Ausbau benötigt man schon mal circa 10000.-€ nur an Material oder mehr.  Rechnet man das Basisfahrzeug dazu, bekommt man für diesen Preis oft schon ein Neu- oder Gebrauchtfahrzeug eines großen Herstellers.

Die Frage “ist der Selbstausbau wirklich günstiger”  ist aus finanzieller Sicht daher eindeutig zu beantworten: “Jein”. Man spart nur dann wirklich viel Geld, wenn man benötigtes Material (wie beispielsweise ein Basisfahrzeug) bereits besitzt. Aus emotionaler Sicht allerdings sieht das Ganze schon etwas anders aus. Der Urlaub beginnt in gewisser Weise schon am ersten Tag des Selbstausbaus. Zu erleben, wie man mit eigenen Händen Großes bewirkt, ist ein sehr befriedigendes Gefühl, das sogar süchtig machen kann. Im Urlaub dann auf den wenigen Quadratmetern zu leben und seine eigenen Ideen, Lösungen und Annehmlichkeiten eines Campers  immer wieder vor Augen geführt zu bekommen ist schon sehr cool. “Das hat sonst keiner”, oder “Das habe ich alles selbst gebaut” erfüllt einen schon mit ein wenig Stolz.

Kuechenblock1Die Kosten reduzieren kann man eigentlich nur, wenn man viele benötigte Teile nicht neu kauft, sondern sich auf dem Gebrauchtmarkt umsieht. Dies kostet aber viel Zeit, und eine nicht nutzbare Dauerbaustelle auf dem Hof ist auch nicht sinnvsitzgruppeoll. Man will ja schließlich auch irgendwann damit in Urlaub fahren.

Kann ich den Campingbus aus Kostengründen als mein “Erstfahrzeug” benutzen und damit jeden Tag in die Arbeit fahren? Zum Einkaufen, zum Arzt oder was auch immer? Definitiv “Ja”. Dies hat sogar neben der Kostenersparnis viele Vorteile. Man fährt mal zu Freunden zu Besuch, kann dann dort übernachten und muss nicht gleich um seinen Führerschein bangen wenn man etwas getrunken hat. Zum Baumarkt, Supermarkt, egal wohin, ein Campingbus hat viele Vorteile. Moderne Transporter sind leise, schnell, und bequem zu fahren. Und auch die Spritkosten bleiben in erträglichem Rahmen. Sie haben immer ihre Toilette dabei, können mal zwischendrin eine Pause einlegen oder sogar ein kühles Getränk aus dem Kühlschrank zaubern. Müssen Sie Ihren Partner zum Arzt bringen, und stundenlang auf ihn warten: kein Problem, setzen Sie sich auf Ihre bequeme Couch im Camper und schalten Sie einfach den Fernseher ein. Mitten in der Innenstadt an einem ganz normalen Tag. Möchten Sie beim Konzert, oder Messebesuch auf dem Parkplatz nicht so weit laufen? Kein Problem, fahren Sie einfach früher hin. Noch ist der Parkplatz leer und Sie trinken einfach noch einen Kaffee im Camper, während sich der Platz füllt. Sie jedenfalls stehen schon mal in der ersten Reihe. Sie stehen im Stau und müssen dringend auf Toilette? Entspannen Sie sich, das WC ist gleich zwei Meter weiter hinten, kein Problem.

Die Sichtweise “Campen im Urlaub” und “Fahren im Alltag” wird sich mit der Zeit auflösen. Man gewöhnt sich auch im Alltag an den Luxus, immer eine Zweitwohnung dabei zu haben.

Am kostengünstigsten ist es somit ohne Zweifel, wenn der Campingbus als Erstfahrzeug genutzt wird. Auch wir haben damals nach kurzer Eingewöhnungszeit den PKW verkauft, und nutzen den Camper mittlerweile ganzjährig.

Ist ein Campingbus alltagstauglich?

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