Technik

Wie in einem normalen Haushalt benötigt auch ein Campingbus Energie. Gas für den Kocher, die Heizung und Strom für Licht, Kühlschrank, Fernseher und vieles mehr. Wenn wir den Wasserhahn in der Küche oder im Bad aufdrehen fließt klares frisches Wasser. Woher kommt dies? und woher kommt die Energie für alle unsere elektrischen Verbraucher? Wie funktioniert das mit dem Gas im Camper? Viele Leser meiner Webseite und meines Buchs haben mich in den vergangenen Jahren immer wieder mal angeschrieben und Bedenken angemeldet bezüglich der Installation der Gasanlage. “ist das denn nicht zu gefährlich, diese Arbeiten einem Amateur wie mir zuzumuten?”

Vorab erwähnt: diese Arbeiten können Sie gegen relativ geringe Arbeitskosten auch von jeder gut ausgestatteten Campingwerkstatt oder einem Wohnmobilhändler in Ihrer Nähe erledigen lassen.

Gasinstallation

Gas im Campingbus ist ein idealer Energieträger. Mit Gas wird gekocht, Gas bringt wohlige Wärme ins Fahrzeug und mit Gas können wir sogar im Freien Grillen. Doch Gas ist auch explosiv. Aus diesem Grund sollten Sie nach der Beschaffung der Materialien und der groben Vormontage die endgültige Installation der Gasanlage durch den Fachbetrieb vornehmen lassen. Dieser führt die erstmalige Inbetriebnahme und technische Abnahme durch. Des Weiteren müssen Sie alle zwei Jahre eine Gasprüfung (z.B. vom TÜV oder einem Campingfachbetrieb) vornehmen lassen.

Die ordnungsgemäße Installation der Gasanlage kann lebenswichtig sein. Sollten sie irgendwie auch nur im leisesten Ansatz ein schlechtes Gefühl haben, lassen Sie es vom Fachmann durchführen.

Dieser hat Erfahrung im Umgang mit Gas und wird die Installation sicher und oft gar nicht mal so kostspielig durchführen.

Im Folgenden finden Sie hier kurz die dafür benötigten Bauteile für eine sinnvolle Gasinstallation:

Elektroinstallation

Sicherheitshinweis: Arbeiten am elektrischen Bordnetz dürfen nur von einem Fachmann durchgeführt werden. Bei unsachgemäßer Handhabung oder falschem Einbau kann es zu Kurzschlüssen kommen die sowohl den Monteur verletzen, als auch zu schweren Schäden am Fahrzeug z. B. Kabelbrand führen können.

Nachdem Sie die obigen Sicherheitshinweise gelesen haben, dürfen Sie nun selbst entscheiden ob Sie sich an das Thema heranwagen wollen. Ähnlich wie bei der Installation der Gasanlage können Sie auch die Elektroinstallation zunächst grob vormontieren und am Ende alles von einem Fachmann abnehmen lassen. Wenn man ein paar Punkte beachtet und sorgfältig arbeitet sollte aber alles problemlos klappen.

Wir haben ja am Ende viele Verbraucher im Fahrzeug welche mit der Bordspannung von üblicherweise 12 Volt versorgt werden müssen. Nun könnte man einfach alle Pumpen und Lampen sowie den Kühlschrank an die Autobatterie anklemmen, denn diese wird ja beim Fahren wieder aufgeladen. Tatsächlich funktioniert das Ganze auch. Allerdings nicht sehr lange! Wenn Sie nach einem einwöchigen Urlaub alles zusammengepackt haben, und die Heimreise antreten wollen, könnte es durchaus sein, dass Sie Ihre zwischenzeitlich leer gesaugte Batterie erst wieder aufladen müssen.

Also sollten Sie schon aus Sicherheitsgründen, um beispielsweise im Notfall das Fahrzeug noch starten zu können, eine oder mehrere Nutzbatterien einbauen. Diese werden auf verschiedene Weise wieder aufgeladen, so dass wir immer genügend Leistung zur Verfügung haben:

1. Aufladung durch die Fahrzeuglichtmaschine während der Fahrt

2. Aufladung durch Landstrom aus der Steckdose am Campingplatz

3. Aufladung durch Solarenergie über Solarzellen auf dem Dach

Die Spannungsversorgung des Wohnraums sollte mit ausreichend dimensionierten Kabeln und geeigneten Sicherungen versehen werden. Auf dem folgenden Foto sieht man zwei Zusatzbatterien die im Sitzbock des Beifahrersitzes untergebracht sind. Wichtig ist, die Batterien gut zu befestigen, damit sie im Falle eines Unfalls keinen Kurzschluss verursachen können und ein gut zugänglichen Sicherungsautomat mit Abschaltmöglichkeit. Im Notfall, oder auch wenn das Fahrzeug längere Zeit nicht benutzt wird, kann die Versorgung manuell getrennt werden.

Von den Batterien aus geht ein starkes Kabel (16 mm Querschnitt) über den Sicherungsautomat  zum ersten Verteilerblock. Dort werden die einzelnen Verbraucher über ihren jeweiligen Pluspol und einer zusätzlichen Sicherung mit der benötigten Betriebsspannung versorgt. Mehr braucht es eigentlich nicht. Wer seine Elektrogeräte im Camper mit dem Smartphone steuern will kann natürlich auch auf kompliziertere Technik setzen. Was aber, wenn diese mal streikt und weit und breit keine Ersatzteile zu bekommen sind? Mein Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Dann kann auch nix kaputtgehen

Wie werden die Batterien aufgeladen? Während der Fahrt erzeugt unsere Lichtmaschine des Fahrzeugs eine Ladespannung von ca. 14,1 Volt. Früher hatte man über ein zusätzlich eingebautes Relais einfach die Fahrzeugbatterie mit der Zweitbatterie verbunden. Das Relais wurde nur während der Fahrt zugeschaltet. Sobald der Motor abgestellt wird sind die beiden Batterien wieder voneinander getrennt und unser Kühlschrank, Lampen und Sonstige Verbraucher bedienen sich aus der Zweitbatterie. Die Fahrzeugbatterie wird geschont. Heutzutage verwendet man bessere Technik. Auf dem Markt sind verschiedene Ladebooster erhältlich, welche die Nutzbatterien wesentlich besser und kennliniengerechter aufladen. Erstmals werden die Batterien dadurch richtig voll und seit die Fahrzeugelektronik in die Motorsteuerung (Euro 6) eingezogen ist, würde eine Verbindung der Batterien mit Trennrelais auch gar nicht mehr funktionieren. Intelligente Ladebooster neuerer Bauart lösen das Problem.

Den kompletten Schaltplan, viele wertvolle Tipps zur Elektrik und nähere Informationen zur Verkabelung, Batterien  und vieles mehr finden sie in meinem Buch.

 

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