Basisfahrzeug

Das Basisfahrzeug

Wenn Sie das nötige Kleingeld besitzen um sich ein nagelneues Basisfahrzeug zu bestellen, nach Ihrem Geschmack, Ausstattung und Farbe, herzlichen Glückwunsch. Der Ottonormalverbraucher baut aber meistens ein günstig erstandenes ehemaliges Transporterfahrzeug aus, welches meist schon viele Kilometer auf dem Buckel hat. Bevor Sie sich ein gebrauchtes Basisfahrzeug kaufen sehen sie sich die Papiere des Fahrzeugs genau an, und zwar speziell das zulässige Gesamtgewicht und die Nutzlast. Es gibt auch Fahrzeuge die nur noch 600kg Nutzlastreserve für den kompletten Ausbau haben. Damit werden Sie Probleme mit dem Gewicht bekommen.
Für den Ausbau selbst sollten Sie schon etwa 600-700 kg rechnen, was bei der Anschaffung des Fahrzeugs bedacht werden sollte. Kommt dann das Gewicht der Insassen und der Tanks, oder zusätzliches Transportgut (Fahrräder, Motorräder, Surfbrett u.s.w.) hinzu, benötigen Sie schon 1000kg oder besser mehr. Außerdem sollten die einzelnen Radlasten keinesfalls überschritten werden. Es empfiehlt sich also bereits bei der Planung des Campingbusses das Gewicht gleichmäßig zu verteilen, und den Schwerpunkt so tief wie möglich zu legen. Also alle schweren Teile nach unten.
Bei der Wahl des Basisfahrzeugs sollte man darauf achten, dass die Bestuhlung des Fahrerhauses einen Durchgang nach hinten ermöglicht. Man möchte ja nicht jedes Mal aussteigen und vorne wieder einsteigen, wenn man den Bereich wechseln möchte. Daher sollte der Beifahrersitz als Einzelsitz, nicht als Doppelsitzbank konzipiert sein. Außerdem ist ein Beifahrerairbag sinnvoll, und über eventuelle Zusatzausstattungen sollte man sich ebenfalls vorher im Klaren sein (Zusatzheizung u.s.w.)
All diese Wünsche schränken das Angebot der Gebrauchten schon sehr stark ein. Eine Anfrage bei Mobile.de zum Beispiel ergab soeben fast 2000 Exemplare des Sprinters im Alter zwischen 3 und 10 Jahren. Wird die Anfrage allerdings auf 2-sitzige Fahrzeuge begrenzt, haben wir nur noch 359 Fahrzeuge zur Auswahl.
Möchte man dazu noch ein sehr gut erhaltenes Fahrzeug ausbauen, dessen Wert durch den Ausbau ja noch steigen soll, so darf dieses nicht zu sehr angerostet oder beschädigt worden sein. Leider sind ausrangierte Kurierfahrzeuge meistens ziemlich zuschande geritten worden und man muss sehr lange nach einem geeigneten Fahrzeug suchen

Hat man jedoch endlich ein Fahrzeug gefunden, steht dem weiteren Ausbau nichts mehr im Wege.

Welches Modell eignet sich für einen Campingbus ?

Grundsätzlich erst einmal: alle Fahrzeuge, sofern nach dem Umbau zum WoMo (zumindest im Kochbereich) Stehhöhe vorhanden ist. Sonst bekommen Sie wahrscheinlich keine Zulassung als Womo. Aber abgesehen davon haben die unterschiedlichen Fahrzeuge Vor und Nachteile. Hier kurz die wichtigsten Aspekte:

Heckantrieb am Campingbus hat den großen Vorteil, dass die Antriebsachse einen hohen Achslastanteil aufnimmt und damit gute Traktion bei glatter Fahrbahn oder beim Beschleunigen aufweist. Auch das Anfahren an Steigungen ist mit Heckantrieb besser. In Verbindung mit modernen Antischlupfregelungen (beim Sprinter serienmäßig) kommt man an die Fahreigenschaften eines Allradfahrzeugs durch die Simulation einer Hinterachsdifferenzialsperre schon sehr nahe heran.

Bei Kastenwagen mit geringerer Gesamtbreite (MB Sprinters, VW Crafter) lässt es sich im Vergleich zu den breiteren Fahrzeugen (Fiat/Citroen/Peugeot) noch bequem auf PKW Parkplätzen einparken. Außerdem steht das Fahrzeug beim Längsparken in Parkbuchten nicht in die Fahrbahn hinein. Beim Fahren auf engen Landstrassen muss man nicht jedes Mal am Grünstreifen anhalten wenn ein LKW oder Reisebus entgegenkommt. Aufgrund der geringeren Gesamtbreite sind Querbetten nur in Fahrzeugen mit ausreichenden Abmessungen möglich.

Fahrersitze sollten so konzipiert sein, dass ein Durchstieg nach hinten möglich ist. Ich gehe einmal davon aus, dass die meisten Camper zu zweit unterwegs sind, allenfalls noch mit Kindern, die dann aber auf den hinteren Sitzbänken (mit Sicherheitsgurten) Platz nehmen. Daher ist ein Fahrerhaus mit nur zwei zugelassenen Sitzen besser als die übliche Sitzbank auf der Beifahrerseite.

Das 3,5 Tonnen Problem

Seit 1999 sind die Führerscheine der Klasse B nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen gültig. Für Papa meist kein Problem, er hat noch den alten 7,5 t Lappen, aber wie ist es mit dem Nachwuchs? Denn jetzt wächst die junge Generation heran, die nur noch bis 3,5 Tonnen Fahrzeuge fahren dürfen und viele Hersteller von Wohnmobilen bieten ihre Modelle daher mit einem offiziellen Leergewicht von 3,5 Tonnen an um Märkte nicht zu verlieren. Und das oft sogar als Teilintegrierter mit über 7 Meter Gesamtlänge. Das kann nicht funktionieren, auch nicht mit Leichtbauweise.
Wenn dann das übliche Zubehör mit bestellt wird, wird jede Urlaubsfahrt wegen Überladung zum spannenden Ferienerlebnis der besonderen Art: werde ich diesmal erwischt oder nicht?
Achten Sie daher dringend auf die Gewichtsreserven. Alleine Zusatzausstattungen wie Klimaanlagen, Satellitenanlage, Solarzellen auf dem Dach, Zweitbatterie, Gasflaschen und ein zu großer Wassertank können einen sehr schnell an die magische 3,5t Grenze bringen, vom Urlaubsgepäck ganz zu schweigen.
Bei der Zulassung relevant ist die DIN Norm EN 1646 2-2008. Nach dieser Norm wird das Gewicht eines Reisemobils festgelegt. Unter anderem werden dabei Punkte wie  der volle Dieseltank, das Reserverad, Bordwerkzeug und ein Fahrer wird mit 75 Kilogramm, ein voller Frischwassertank, der Gasvorrat sowie notwendiges Womo Zubehör, wie Stromkabel, Zweitbatterie und vieles andere mit einbezogen.
Was für kommerzielle Hersteller von Reisemobilen gilt, gilt natürlich auch für uns Selbstausbauer. Und so kann es schon mal passieren, dass bei der Ummeldung des Transporters zum Wohnmobil der Sachverständige sich bei zu knappen Gewichtsreserven diese Norm mal zur Brust nimmt, und genau nachrechnet. Wäre ja blöde wenn unser schönes neues ausgebautes Womo gar keine Zulassung bekäme.
Also besser gleich beim Kauf darauf achten, das “richtige” Basisfahrzeug mit entsprechenden Gewichtsreserven zu kaufen.

Fiat Ducato, weit verbreitet im Campingbussegment, meistens Querbett hinten, Sitzgruppe mit drehbaren Sitzen vorne

Der Ford Transit ist in vielen unterschiedlichen Varianten erhältlich, sowohl als Front- wie auch Heckantrieb.

VW Transporter sind bei PKW Umsteigern beliebt, die das Handling des PKW-ähnlichen Fahrgefühls mögen

MB Sprinter und VW Crafter sind als Kastenwagen ideal, da sie schlank und handlich zu fahren sind aber dennoch genügend Platz bieten.

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