Wasserversorgung im Wohnmobil

In einem Camper befindet sich meistens ein fest eingebauter Wassertank oder ein Kanister in welchem unser benötigtes Wasser aufbewahrt wird. Damit beim Aufdrehen des Wasserhahns Wasser fließt, benötigt man eine Pumpe, die über ein Schlauchsystem das Wasser zum Wasserhahn transportiert.
Diese Pumpe muss in der Lage sein, mit der 12Volt Bordspannung unserer Batterien betrieben zu werden.Irgendjemand muss die Pumpe bei Bedarf in Gang setzen, sobald der Hahn aufgedreht wird. Dies übernimmt ein Schalter, der die 12V Batteriespannung bei Bedarf an die Pumpe weiterleitet. Dort läuft der Pumpenmotor an und drückt das Wasser in den angesteckten Schlauch.

Dieser Schalter kann ein simpler Fußtaster sein, ein herkömmlicher Lichtschalter, ein Wasserhahn mit integriertem Schalter, oder ein automatisches, per Wasserdruck gesteuertes Drucksystem sein.Man sieht also, die Wasserinstallation unterscheidet sich etwas von der Hausinstallation in Gebäuden. Üblicherweise verwendet man in Campern ein 10-12mm Schlauchsystem und dafür geeignete Wasserhähne und Pumpen mit passenden Anschlüssen. Es gibt verschiedene Varianten von Pumpen auf dem Markt, die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme lege ich in meinem Buch noch näher dar. Bei den Schläuchen sollte man darauf achten, keine PVC Schläuche aus dem Baumarkt zu verwenden. Der Gesundheit zuliebe besser “lebensmittel-echte” Schläuche verwenden. BIO-Filme an den Innenseiten der Schläuche sind der Nährboden für Bakterien, und wer möchte schon im Urlaub krank werden. Bezugsquellen hierfür finden Sie ebenfalls hier auf dieser Webseite. Das verschmutzte Abwasser aus dem Badezimmer bzw. aus der Küche wird in einem speziellen Grauwassertank bis zur endgültigen Entsorgung zwischengelagert. Befindet sich der Grauwassertank nicht unter dem Fahrzeugboden außerhalb des Wohnbereichs, sondern innerhalb des Fahrzeugs, so muss man dafür sorgen, dass er wirklich Geruch-dicht ist, und einen Entlüftungsschlauch unter den Fahrzeugboden verlegen.

Über sogenannte Schlauchtüllen, also einschraubbare Wanddurchführungen, werden innerhalb des Tanks die Tauchpumpen an kurzen Schläuchen hängend in das Wasser eingehängt. Die Kabel werden über Gummitüllen fest eingepresst damit kein Wasser herauslaufen kann.

Warmwasserversorgung

Warmes Wasser im Wohnmobil ist nützlich. In der Dusche den Hahn aufzudrehen und unter warmem Wasser sich zu duschen ist ein Luxus, auf die viele Menschen mittlerweile auch im Campingbus nicht verzichten wollen.
Auch für den täglichen Abwasch ist es angenehm, warmes Wasser nicht erst im Flötenkessel erzeugen zu müssen. Selbstverständlich kann man in einem Campingbus auch ohne Warmwasser auskommen, und somit ist die größte Herausforderung bei der Installation einer Warmwasseranlage erst einmal herauszufinden, wo denn die eigenen Ansprüche überhaupt liegen.


Die Fragen die man sich stellen sollte:
 

Wann benötige ich warmes Wasser?
         Morgens bei der Körperpflege?
        Tagsüber für den Geschirrabwasch?
        Abends vor dem Schlafengehen?


Wozu benötige ich warmes Wasser?
        Duschen, etwa nach dem Sport?
        Gelegentliches Haarewaschen, wenn kein Campingplatz in der Nähe ist?
        Morgens für die Körperpflege?


Wie erzeuge ich warmes Wasser?
        Propangas durch die Kombiheizung
        Elektrisch, Landstrom und Solarbetrieb
        Solarenergie durch Wärmetauscher
        Motorwärme oder Luftheizungswärme nutzen


Wer beispielsweise in seinem Campingbus selten duschen wird, kann sich warmes Wasser auch in Flötenkessel auf dem Campingkocher erwärmen. Beispielsweise trinken wir nach dem Essen gerne eine Tasse Espresso. Das dafür benötigte heiße Wasser wird gleich in etwas größere Menge im Flötenkessel erwärmt und kann anschließend für den Abwasch verwendet werden.

Auch wer gelegentlich oder regelmäßig einen Campingplatz ansteuert, um dort ausgiebig zu duschen, benötigt im Campingbus eigentlich keine Warmwasserversorgung. In diesem Falle genügt eine sogenannte „Safari Dusche“. Damit kann man zum Beispiel bei einem längeren Aufenthalt außerhalb von Campingplätzen sich auch einmal die Haare waschen.

Wenn es im Herbst oder im Winter draußen richtig kalt wird, möchte man sich frühmorgens nicht gerade mit eisig kaltem Wasser das Gesicht waschen. Da wir in solchen Nächten unsere Gasheizung ohnehin laufen lassen, wäre es also ohne großen Aufwand möglich, die Warmluft der Heizung zum Aufheizen von Wasser gleich mit zu benutzen. Hierzu nutzt man sogenannte Luft- Wasser -Wärmetauscher, wie zum Beispiel die TRUMA Therme. Auch Wärmetauscher in Form von Kupferspiralen, welche um den Heizungsschlauch gelegt werden, heizen das Wasser während des Durchflusses auf, allerdings meist nicht sehr stark und nur wenig Volumen.

Möchte man hingegen einigermaßen autark sein in Bezug auf die Erzeugung warmen Wassers, kann dieses mit dem ohnehin an Bord befindlichen Propangas erzeugt werden. Die am meisten verbreitete Variante ist die TRUMA Kombiheizung, die sowohl als Heizung als auch als Boiler dient und unabhängig voneinander geschaltet werden kann. Solange Gas zur Verfügung steht bin ich damit autark.

Wer hingegen regelmäßig oder auch gelegentlich einen Wohnmobilstellplatz ansteuert, erhält dort in der Regel auch 230 V Landstrom an der Steckdose. Warmes Wasser kann somit auch über einen elektrisch betriebenen Boiler erzeugt werden. Es gibt sogar Boiler (Elgena Compact, Typ EE) die zusätzlich zur Aufheizung mit Landstrom das Wasser über die Lichtmaschine während der Fahrt nachheizen und somit dauerhaft Warmwasser bereitstellen können. Wer also nicht lange an einem Platz stehen bleibt und eher zum herumreisen neigt, für den ist diese Variante durchaus brauchbar.

Seit kurzem erst sind auch (mit Propangas betriebene) Durchlauferhitzer für Wohnmobile in Europa zugelassen. Sie können eine konstante Temperatur des Wassers in „unbegrenzter Menge“ (solange Wasser und Gas zur Verfügung stehen) bereitstellen. Heißes Wasser steht jederzeit und ohne Vorheizen sofort in „unendlicher“ Menge zur Verfügung. Vorteil: Für den Geschirrabwasch kann man einfach die Wassertemperatur per Knopfdruck auf bis zu 60°C erhöhen.

Der neue Propangas Durchlauferhitzer von iMass (copyright IMASS GmbH)

Elgena Nautic TYP E für 230V Landstrom (c) Elgena

Safaridusche für 12V Zigarettenanzünder

Truma Therme Warmluft Wärmetauscher

Truma Kombi Heizung mit Warmwasserbereitung

Die am häufigsten verbaute Variante ist die Truma Combi-Heizung mit integrierter Warmwasserbereitung. Wer allerdings ihren Preis kennt, der weiss, dass es durchaus sinnvoll ist, zunächst eine Luft-Heizung einzubauen OHNE Warmwasser und vielleicht irgendwann später eine preisgünstigere Variante (z.B. die Elgena) nachzurüsten. Häufig sind Campingbusse auch nur mit einer “Safari-Dusche” ausgestattet. Wie gesagt, die Ansprüche an den Komfort beim campen muss jeder für sich selbst herausfinden und einen Kompromiss zu den Kosten und Installationsaufwand finden.

Viele weitere Tipps finden Sie auch in meinem Buch.

 

 

 

 

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