Möbelbau

Möbelbau:

Auch wenn unser Campingbus später nicht 100%ig wie ein fertig gekauftes Modell vom Profi aussieht. Mit etwas Geschick und sorgfältigem Arbeiten bekommt man auch im Möbelbau ein optisch ansprechendes Design hin.

Materialien für den Möbelbau:

Als gängiges Material für die Herstellung der Möbel verwendet man normalerweise wasserfest verleimtes Pappelsperrholz. Dieses ist sehr leicht (15mm = 7,6kg/m2 bzw. 10mm = 4,6kg/m2), lässt sich hervorragend bearbeiten, und bietet durch die meist 7-fache Verleimung (5-fach bei 10mm) eine hohe Stabilität bei geringem Gewicht.

Pappelsperrholz naturbelassen sieht aber nicht besonders schön aus. Daher verwendet man Platten, deren Oberfläche mit einer Kunststoff- oder Echtholzdekorschicht überzogen sind.

Vorteil der Kunststoffplatten: sie sind Wasser- und Schmutzunempfindlich, sehr leicht zu reinigen und sehen auch nach Jahren noch aus wie neu. Bei feuchtigkeitsempfindlichen Flächen (Bad, Wassertankstaukasten etc.) ist kein zusätzlicher Oberflächenschutz notwendig. Umleimer oder Kunststoffprofile sind oft im selben Design erhältlich. Leider sind sie teuer.

Echtholzoberflächen hingegen sehen zwar natürlicher aus, deren Oberfläche muss aber gesondert gegen Schmutz und Feuchtigkeit geschützt - sprich geschliffen und lackiert - werden. Wir haben früher Pappelsperrholz mit Tropenholzoberfläche “Gabun” verwendet. Dieses ist aber heute kaum noch zu bekommen. Die Frage nach der Holzart die wir verwenden wollen hängt aber auch stark vom Lieferanten ab. Der Baumarkt um die Ecke kann die von uns benötigten Platten ja gleich auf die richtigen Abmessungen zuschneiden und somit fällt weniger Verschnitt an. Fragen Sie ruhig auch mal bei einem Schreinereibetrieb an, ob er die Platten besorgen kann und auf Wunsch zuschneidet. Die Finger sollte mal allerdings von Buchenholz lassen, es sieht zwar schön aus, neigt aber sehr stark zum “Verziehen”.

Arbeitsflächen und Tischplatte:

Als Tischplatte sollte man wegen der höheren Stabilität keine Naturholzplatten, wie z.B. Fichten oder Buchenleimholzplatten verwenden. Auch Tischlerplatten - obwohl sie so heissen - sind ungeeignet. Grund: die Oberfläche müsste wegen der starken Verschmutzungen in jedem Fall lackiert werden. Damit dies gut aussieht müsste schon ein Profitischler ans Werk gehen, die Oberfläche schleifen und mehrfach mit hochwertigem Lack überziehen, wobbeln, polieren u.s.w.

Ideal als Tischplatte wäre eine Multiplex Platte mit Kunststoffoberfläche.

Multiplexplatten werden unter hohen Temperaturen und Druck miteinander verpresst und sind ausserordentlich stabil. In Baumärkten bekommt man diese Kombination (mit Kunststoffurnier) aber nur äusserst selten. Gängig sind Siebdruck- oder Birkenoberflächen.  

Siebdruck sieht nicht gut aus, Birke ist wiederum eine Echtholzauflage, also eher ungeeignet. Man kann aber auch als Tischplatte eine Pressspanplatte mit 18 mm Stärke und Kunststoffoberfläche verwenden. Kanten aus gerundeten Leisten besorgen und diese ganz einfach mit Holzleim sorgfältig ankleben.
 

Verbindungen:

Um die einzelnen Möbelbauplatten mieinander zu verbinden und die Schnittflächen zu kaschieren gibt es verschiedene Möglichkeiten die ich im Buch genauer erläutere. Egal für welche Methode man sich entscheidet, in allen Fällen sollte man aber für eine wirklich feste Verbindung sorgen, da das Fahrzeug während der Fahrt “arbeitet” und sonst knarrende Geräusche entstehen. Also sämtliche Platten mit Holzleim vollflächig verkleben und mit stabilen Winkeln verschrauben.

Anpassungen:

Um Seitenwände z.B. von Kleiderschrank, oder den Trennwänden zum Fahrerhaus herzustellen, muss man diese exakt der Fahrzeugkrümmung, bzw. der Blechkontur des Fahrzeugs anpassen. Dies macht man folgendermassen:

Zunächst wird die Höhe der Wand ausgemessen, also vom Boden bis Decke, und die Platte in der nötigen Höhe und maximaler Breite zurechtgeschnitten. Diese stellt man dann in Fahrzeugmitte auf. Mit einem Bleistift werden von unten nach oben alle 10cm Punkte auf die Platte markiert, so daß diese wie ein Lineal aussieht. Mit einem großen Winkel wird nun an jedem einzelnen Punkt der Abstand von der Platte zum Blech gemessen, und auf die Platte übertragen. Verbindet man nun die einzelnen Punkte miteinander, so erhält man ein ziemlich genaue Schnittkurve um die Platte abzuschneiden.


Es gibt noch viele weitere Tricks zum Möbelbau, die ich Ihnen in meinem Buch näher erläutere.

Fertigbausätze

Wer sich das Anfertigen der Einbaumöbel nicht selbst zutraut, kann sich auf dem freien Markt auch einmal nach Fertigbausätzen umsehen. Meist findet man dort vorgefertigte Möbelkomponenten die professionell angefertigt wurden und entsprechend hochwertig wird das fertige Mobil dann auch aussehen.

Aber selber machen macht einfach Spass...

[Campingbusaubsau] [Grundriss] [Allrad] [Gas] [Wasser] [Heizung] [Isolierung] [Möbelbau] [Sitzgruppe] [Küche] [Elektrik] [Fenster] [Nasszelle] [Quellen]

Impressum

Datenschutz