Sitzgruppe

Die Sitzgruppe:

Bei einem Wohnmobil welches nur für 2 Personen gebaut wird hat man in der Regel kein Problem mit der Zulassung. Es dürfen eben nur 2 Personen während der Fahrt im Fahrzeug sitzen. Möchten aber weitere Personen mitfahren, so müssen die Sitzplätze in den Fahrzeugschein eingetragen werden. Seit Oktober 2007 gilt die EU-Richtlinie 2005/39/EG, und es gibt auch bei Wohnmobilen keine Ausnahmen mehr: ALLE Sitzplätze müssen mit Sicherheitsgurten ausgestattet werden. D.h. es dürfen nur noch bauartgeprüfte Sitzbänke mit Gurten an den werkseitig dafür vorgesehenen Befestigungspunkten eingebaut werden. Entsprechende Sitzbänke sind ziemlich teuer und auch nicht immer problemlos zu montieren.

Nun handelt es sich bei einer Sitzgruppe aber keineswegs nur um ein paar Truhen mit Polster oben drauf, sondern dieses Multifunktionselement im Campingbus muss vielfältige Aufgaben erledigen. Damit man auch nach dem Umbau zur Schlaffläche bequem schläft, sollten unbedingt Froli Elemente zur Wirbelsäulenunterstützung oder ein geeigneter Lattenrost verbaut werden. Nichts ist schlimmer als wenn der Urlaub durch Rückenschmerzen beeinträchtigt wird, nur weil man zu dünne oder schlecht gefederte Matratzen im Camper hat.

Im hinteren Teil der “U-förmigen” Sitzgruppe befindet sich quer eine Matratze mit etwa 70cm Tiefe, darunter ein von hinten zugänglicher Stauraum. Die beiden vorderen Matratzen sind 120x60cm und werden (nachdem der Tisch abgeklappt wurde) zum Schlafen mit einer Art ausziehbarer “Schublade”, auf denen die Froli Elemente montiert sind, in die Mitte gezogen. Dadurch ergibt sich ein Bett von etwa 190cm x 175cm Größe. Zwar sind die Rückenlehnen abgeschrägt, und liegen auch nicht mehr auf den Froli Elementen auf, aber das macht nichts, denn so weit außen an der Wand schläft man nicht. Das Hauptgewicht der beiden schlafenden Personen liegt in der MItte. Oder sie schieben die Rückenlehnen beisteit und haben zwei getrennte Längsbetten. Der Umbau der SItzgruppe dauert  keine 10 Sekunden und kostet keine Kraft.

Auf obiger Zeichnung habe ich einmal aufgezeigt, wie so eine Hecksitzgruppe aufgebaut sein könnte. Links wird die Tagesposition (Sitzen), rechts die Nachtposition (Schlafen) dargestellt.

Da die Abmessungen alle irgendwie zusammenhängen hier folgende Erläuterung:

  a = Fahrzeugbreite, beim Sprinter ca. 175cm

  b = Breite der Liege/Sitzfläche ca. 60cm

  c = Höhe der Rückenlehne entspricht der Hälfte der Tischbreite (D) (die Oberkannte ist identisch mit der unteren Fensterkante)

  d = Breite des Klapptisches

Die Stärke der Rückenlehnen sollte man ausprobieren, große Personen benötigen eher eine tiefere Sitzfläche beim Sitzen, die Rückenlehnen fallen dann eben etwas dünner aus. Bei der von mir konstruierten Sitzgruppe werden die Matratzen zum Schlafen nicht in die Mitte gezogen und auf den Tisch abgelegt, sondern unter den Liegeflächen befinden sich “ausziehbare Schubladen” auf denen die Kunststofffederteller (Froli) montiert sind. Diese Schubladen werden auf Schienen geführt und lassen sich kinderleicht zusammen mit den Matratzen in die Mitte ziehen.

In unseren Truhen wird z.B. Frischwasser gelagert, und ein von hinten zugänglicher Stauraum für Campingstühle, Grill etc. soll geschaffen werden. Die Wasserschläuche müssen daher in ihnen verlegt werden, Tauchpumpen angeschlossen werden, Heizungsschläuche mit Austrittsöffnungen verlegt werden, und das Ganze muss auch noch zur Schlafstätte umgebaut werden und beim Sitzen auch noch möglichst bequem sein.

Die Polster bestehen normalerweise aus geeignetem Schaumstoff. Neben dem Raumgewicht spielt der Härtegrad eine grosse Rolle. Mein Tipp: kaufen Sie Schaumstoff beim Fachbetrieb und sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle. Sie möchten ja schließlich auch in 10 Jahren noch bequem sitzen und nicht auf durchgesessenen Schaumstoffen schlafen. Machen Sie Sitz und Liegeproben und nehmen Sie Ihre bessere Hälfte oder die ganze Familie  mit. Sie sollen alle mitentscheiden... (sonst sind Sie jedesmal Schuld wenn jemand schlecht geschlafen hat). Den Zuschnitt erledigt gleich der Hersteller wenn Sie die korrekten Abmessungen bei der Bestellung mit angeben.

Ansonsten kann Schaumstoff ganz hervorragend mit einem elektrischen Geflügelmesser mit zwei gegenläufigen Klingen geschnitten werden.

Mittlerweile haben sich  viele Firmen auf die Herstellung von Wohnmobilpolstern spezialisiert, und das auch gar nicht mal teuer. Der Camper sieht dann später einfach wertiger aus.

Neben der klassischen Hecksitzgruppe gibt es natürlich noch unzählige andere Grundrissvarianten, wie zum Beispiel die Dinette oder Halbdinette mit drehbaren Sitzen. Um bequem zu sitzen sollte wie óben gezeigt, der Beinbereich etwas abgeschrägt sein. Hier noch ein paar Impressionen meines letzten Umbaus:

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